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Tollwut

Gar nicht toll: die Tollwut

Tollwut, auch Rabies oder Lyssa genannt, ist eine Viruserkrankung, die durch so genannte Rhabdoviren hervorgerufen und meist durch den Biss infizierter Tiere (oder Menschen) übertragen wird. Die Viren kommen vor allem in Europa, Amerika und Asien vor.

Das Virus vermehrt sich zunächst an der Bissstelle und wandert dann entlang von Nervenfasern bis in das zentrale Nervensystem (also Gehirn oder Rückenmark). Hier findet eine weitere Vermehrung der Viren statt, und von hier aus werden auch weitere Organe, wie zum Beispiel die Speicheldrüsen, infiziert.

Was ist an Tollwut so gefährlich?

Das eigentliche Krankheitsbild wird durch den Befall des Gehirns hervorgerufen und ist sowohl beim Menschen als auch bei Tieren praktisch immer tödlich! Einzige Therapiemöglichkeit, und das auch nur beim Menschen, ist die sofort begonnene mehrfache Impfung, die, wenn sie rechtzeitig angefangen wurde, die lange Inkubationszeit (in der die Viren ins Gehirn wandern) nutzen kann, um den Erregern den Garaus zu machen.

Gelingt das nicht, verläuft die Krankheit in drei Phasen: Zunächst tritt ein uncharakteristisches Stadium auf, in dem Brennen und Kribbeln an der Bissstelle, Übelkeit, Erbrechen und eventuell eine melancholische Verstimmung auftreten.

Dann folgt das zweite Stadium, in dem es zu Krämpfen und Spasmen im Rachenbereich kommt. Das führt zur charakteristischen „Wasserphobie“, da diese Würgekrämpfe auch schon beim bloßen Anblick von Wasser ausgelöst werden können. Auch andere Reize können unverhältnismäßige Reaktionen hervorrufen, zum Beispiel Krampf- und Wutanfälle, Schlagen, Beißen und Schreien. Dieses Stadium hat zum Namen Tollwut geführt.

Nach frühestens drei bis vier Tagen kommt es entweder zum Tod oder zum Übergang in das dritte Stadium, das durch eine aufsteigende Lähmung zum Ersticken führt. Eine besondere Dramatik ist, dass der Erkrankte all das bei vollem Bewusstsein erlebt, und da eine Heilung eigentlich nicht mehr möglich ist, sobald die Tollwut einmal ausgebrochen ist, kann die Medizin bei den Betroffenen lediglich mit angstlösenden und beruhigenden Mitteln die Qualen lindern.

Positiv zu erwähnen ist, dass die Tollwut beim Menschen selten auftritt und es eine wirkungsvolle und mittlerweile auch nicht mehr gefährliche Impfung gibt, mit der auch nach erfolgter Infektion noch gute Heilungschancen bestehen.

Wie kann man sich schützen?

Eine Besonderheit der Tollwut ist die sehr lange Inkubationszeit, die es ermöglicht, eine Impfung auch noch nach stattgefundener Infektion vorzunehmen. Bei Fernreisen sollte man aber berücksichtigen, dass Impfstoffe nicht immer so leicht verfügbar sind wie in Deutschland.

Bei Reisen in Gebiete mit mangelhafter medizinischer Infrastruktur und entsprechender Gefährdung ist daher eine prophylaktische Impfung sinnvoll. Die früher angebrachten Bedenken gegenüber einer Tollwutimpfung sind nicht mehr zeitgemäß: Die ursprüngliche Impfung geht auf Louis Pasteur zurück, der den Impfstoff aus Nervengewebe von infizierten Tieren gewann. Dieses Verfahren wies eine Menge ernst zu nehmender Nebenwirkungen auf, so dass Geimpfte zwar nicht an der Tollwut, aber an den Impfungen starben.

Moderne Impfstoffe (HDCV = human diploid cell vaccine) werden nicht mehr aus infizierten Tieren gewonnen, mit ihrer Anwendung sind auch keine Zwischenfälle mehr beobachtet worden. Daher ist die Scheu vor einer Impfung bei anzunehmendem Expositionsrisiko nicht mehr berechtigt.

Wie schon erwähnt, ist die Impfung auch als Therapie nach erfolgter Ansteckung anwendbar. Dabei ist aber zu beachten, dass die Chancen auf Heilung mit jedem Tag, an dem die Behandlung nicht begonnen wird, sinkt. Hinzu kommt, dass die Behandlung insgesamt 90 Tage dauert. In dieser Zeit sollte zumindest die Möglichkeit zu medizinischer Überwachung gegeben sein.

Grundsätzlich ist es also sinnvoller, sich vor einer Reise in Gebiete mit schlechter Infrastruktur und eventuellem Vorkommen des Virus impfen zu lassen. An dieser Stelle sei nochmals darauf hingewiesen, dass eine einmal manifestierte Tollwuterkrankung in 100 Prozent der Fälle tödlich verläuft!

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