Seitenanfang

Ernährung

Schwangere müssen besonders auf die Ernährung achten

Frauen, die ein Kind erwarten, sollten ihrer Ernährung besonders viel Bedeutung beimessen. Ein guter Ernährungszustand sollte, wenn möglich, bereits vor der Schwangerschaft angestrebt werden. Denn von der Befruchtung an beginnt für den mütterlichen Organismus Schwerstarbeit.

Zwar steigt der Energiebedarf erst mit dem vierten Schwangerschaftsmonat spürbar an – zur Ergänzung sind dann etwa 250 Kilokalorien mehr notwendig, das entspricht drei Bananen oder einem Käsebrot plus Apfel täglich – aber für die von Beginn an vielfach anfallenden Aufgaben wie Teilung und Spezialisierung von Körperzellen, die Erhöhung der Blutmenge und Knochenaufbau sind der richtige „Input“ und gefüllte Nährstoffspeicher unentbehrlich. Eine Orientierung bietet der folgende „Wegweiser“.

Auf ballaststoffreiche und ausgewogene Ernährung kommt es an

Fette sind wichtig für Aufbau und Erhalt von Körperstrukturen und -funktionen. Als Quellen dafür sollten aber hochwertige Öle pflanzlicher Herkunft und aus Fisch dienen. Andere sichtbare und versteckte Fette streicht man möglichst schon vor Beginn der Schwangerschaft weitgehend vom Speiseplan. Solche Fette, die bestenfalls zur Energiegewinnung dienen, sind unter anderem in fettreichen Wurst- und Käsesorten, Backwaren und Schokolade enthalten.

Eiweiß bzw. Proteine sind unverzichtbar für einen funktionierenden Organismus. Aminosäuren sind ihre kleinsten Bausteine. Unter ihnen gibt es solche, die der Körper selbst herstellen kann und andere, die essentiellen, die über die Nahrung zugeführt werden müssen. Pflanzliche Nahrungsmittel enthalten wesentlich weniger Eiweiß als tierische, Getreide, Nüsse und Kerne mehr als Obst und Gemüse. Deshalb ist eine ausgewogene Mischkost empfehlenswert, die auch fettarme Käsesorten, Quark und Milch enthält.

Wie bei Proteinen und Fetten gibt es auch unter den Kohlenhydraten „gute“ und „schlechte“. Haushaltszucker und Auszugsmehl liefern nur schnelle Energie, helfen aber nicht, satt zu werden und neue „Zellwelten“ zu entwickeln. Besser geeignet sind komplexe Kohlenhydrate, wie sie in Müsli, Vollkornbrot, Pasta und Kartoffeln enthalten sind. Auch einige Frühstücksflocken (Cerealien) bieten eine gesunde Mischung. Als süßes Naschwerk zwischendurch empfiehlt sich eher ein Stück Obst als ein gesüßter Getreideriegel.

Täglich frisches Obst und Gemüse

Der Körper benötigt Vitamine für den Stoffwechsel (unter anderem als Helfer, ohne die Enzyme nicht funktionieren können) und für den Aufbau und die Funktion von Körperzellen, zum Beispiel von Haut- und Nervengewebe. Man unterscheidet fettlösliche und wasserlösliche Vitamine. Bei wasserlöslichen Vitaminen, zum Beispiel Vitamin C und die Vitamine der B-Gruppe, können keine Depots angelegt werden, denn ein Überschuss wird laufend über den Harn ausgeschieden. Deshalb muss Salat, Obst und Gemüse täglich – und zwar über den Tag verteilt – auf den Tisch.

Anders verhalten sich die fettlöslichen Vitamine A, D und E. Sie können gespeichert werden, eine „Überdosierung“ kann für den Fetus allerdings gesundheitsgefährdend sein. Dies trifft insbesondere auf Vitamin A zu, das reichlich in Butter, Eigelb und Milchprodukten und überreichlich in Leber enthalten ist. Schwangeren wird unter anderem deshalb davon abgeraten, Innereien zu verzehren.

Besondere Bedeutung kommt der Folsäure zu, auch bezeichnet als Vitamin B9 oder Pteroylglutaminsäure. Das Vitamin wird unter anderem dazu benötigt, dass sich in der Frühschwangerschaft zeitig das Neuralrohr des Fetus schließt. Babys von Müttern mit Folsäuremangel haben ein erhöhtes Risiko, mit offenem Rücken (Spina bifida) geboren zu werden. Folsäure sollte deshalb bereits vor der Schwangerschaft reichlich in der Nahrung vorhanden sein oder über geeignete Präparate ergänzt werden. Folsäure ist in größeren Mengen enthalten in Getreidekeimen, grünem Gemüse, in Hülsenfrüchten und in Vollkornbrot.

Unverzichtbar: Mineralien

Eine Schwangerschaft fordert auch den Mineralstoffhaushalt der Schwangeren.
Einige Beispiele:

  • Eisen wird bei der Vermehrung der Erythrozyten (rote Blutkörperchen) benötigt,
  • Magnesium für die Muskelfunktion, auch des Herzens, und für den Knochenaufbau,
  • Selen zur Entgiftung und Zellreifung,
  • Jod für die Schilddrüsenfunktion und kindliche Intelligenzentwicklung,
  • Kupfer für die Leukozyten (weiße Blutkörperchen) und die Nervenfunktion,
  • Zink für die Zellteilung, die Immunabwehr und das Wachstum des Fetus.

Je nach Bedarf werden Mengen- und Spurenelemente unterschieden. Beide sind wichtig für den gesunden Verlauf einer Schwangerschaft. Ein Mangel kann in einen für Mutter oder Kind kritischen Zustand führen. Deshalb fragt die Frauenärztin / der Frauenarzt bei den Vorsorgeuntersuchungen bestimmte, für einen Mangel typische Symptome ab. Der Eisenwert wird mehrmals überprüft. Bei Bedarf werden gezielt Nahrungsmittel mit hoher Nährstoffdichte empfohlen oder die fehlenden Mineralien nach fachlicher Beratung medikamentös ergänzt.

Essen ist mehr als Nahrungsaufnahme nach Schema. Auch Freude gehört dazu. Vorlieben oder Aversionen, die viele Schwangere auf bestimmte Nahrungsmittel haben, sind oft physiologisch begründet und dürfen – in Maßen – ausgelebt werden.

(Text: Deutsches Grünes Kreuz e.V., „Lobby für das Kind“; Bilder: Hemera PhotoObjects Deluxe – Oktober 2006)

Navigationsbild für die Seite Kontakt Navigationsbild für die Seite Notdienst Navigationsbild für die Seite Zuzahlungsbefreiung Navigationsbild für die Seite Newsletter Navigationsbild für die Seite Facebook

Jetzt neu:
Unsere Phytothek