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Kaiserschnitt

Kaiserschnitt / Sectio caesarea – erwünscht oder verpönt?

Die Entbindung durch eine Operation hat in der Welt der Schwangeren eine kontroverse Diskussion hervorgerufen.

Während die einen die Meinung vertreten, das es doch sehr angenehm ist, sich „nur“ einer kleinen schmerzlosen Operation zu unterziehen, schreien die anderen auf, dass das komplette Geburtserlebnis geraubt und die Nähe zur Natur verloren ist. Wie immer sind beide Seiten gut zu verstehen, und der Individualismus im zweiten Jahrtausend macht eine tolerante Haltung nötig. Eine gute Aufklärung ist daher das A und O, um sich über die eigene Entscheidung klar zu werden.

So etwas wie den „Wunsch-Kaiserschnitt“ gibt es Deutschland eigentlich nicht. Die Kliniken preisen sich eher mit niedrigen Kaiserschnittraten – denn die zu schnelle Entscheidung für eine Schnittentbindung wird in Fachkreisen z.T. als Unfähigkeit gesehen, eine natürliche Geburt gut anzuleiten oder das nötige Know-how für alternative Methoden zu besitzen. Allerdings ist es durch die Erfindung des Kaiserschnittes zu einem deutlichen Abfall der mütterlichen und kindlichen Sterblichkeit während des Geburtvorganges gekommen.

Die statistisch „beste“ Geburt ist die natürliche Geburt, ohne Dammschnitt, Saugglocke, Zange und Komplikationen. Direkt an zweiter Stelle folgt der geplante Kaiserschnitt. Es ist klar, dass eine geplante Schnittentbindung der Frau sehr viel Gewissheit und Sicherheit gibt, während der natürliche Verlauf sehr unterschiedlich und unvorhersehbar sein kann.

Wann muss der Kaiserschnitt durchgeführt werden?

Unterschieden werden muss zwischen der absoluten und der relativen Indikation, eine Schnittentbindung durchzuführen. Unter absolut versteht man eine Situation, in der die Sektion gemacht werden muss, um sichere Komplikationen abzuwenden.

Absolute Indikationen, die schon während der Schwangerschaft festgestellt werden können und einen geplanten Kaiserschnitt nach sich ziehen, sind:

  • kindliche Lageanomalie, wie Quer- oder Schräglage
  • Plazenta praevia totalis, bei der der Mutterkuchen genau vor dem Muttermund liegt
  • klares Missverhältnis von Kind und mütterlichem Becken, z.B. bei sehr großen Kindern bei Diabetikerinnen
  • Schwangerschaftsvergiftung im Rahmen der schwangerschaftsinduzierten Hypertonien (Bluthochdruck)

Absolute Indikationen, die während des Geburtsvorganges entstehen, sind:

  • Becken- / Kindsteil-Missverhältnis
  • Nabelschnurumschlingung oder -vorfall
  • schlechtes CTG, welches durch Sauerstoffmangel oder zu große Belastung für das Kind zustande kommen kann
  • Gebärmutterriss
  • vorzeitige Plazentalösung
  • Haltungsanomalien des Kindes

Relative Indikationen, die eine genaue Risiko-Nutzen-Abschätzung nötig machen, sind:

  • Beckenendlage des Kindes
  • Plazenta praevia partialis (teilweise Überlappung des Mutterkuchens über den Muttermund)
  • Zustand nach Kaiserschnitt
  • Wehenschwäche
  • Mehrlinge

Wie wird die Schnittentbindung durchgeführt?

Entscheidend ist der Unterschied zwischen dem geplanten Kaiserschnitt und dem so genannten Notfallkaiserschnitt. In beiden Fällen wird die Bauchdecke geöffnet, meist mit einem queren Schnitt über dem Schamhaarbereich. Die Muskeln, Fazien und das Bauchfell werden durchtrennt. Die Muskulatur der Gebärmutter wird vorsichtig durchschnitten, die Fruchtblase geöffnet und das Kind entbunden.

Nach dem Abnabeln wird der Mutterkuchen mit den Eihäuten (Nachgeburt) entfernt, und es kann mit dem sorgfältigen Verschluss der einzelnen Lagen begonnen werden. Zuletzt wird mit einer dünnen Intracutannaht die Wunde verschlossen. Bei guter physiologischer Wundheilung verbleibt hinterher nur eine kleine Narbe, die
durch die Haare verdeckt wird.

Die Operation erfolgt selbstverständlich in Narkose, die je nach Situation eine Periduralanästhesie oder eine Vollnarkose sein kann. Die Periduralanästhesie hat den Vorteil, dass die Frau nach der Geburt des Kindes sofort bereit ist, das Neugeborene wahrzunehmen und im Arm zu halten. Oft ist die Periduralanästhesie auch schon während des vorherigen Verlaufs gelegt worden, um eine Schmerzbefreiung der Gebärenden zu erreichen. Falls dann eine Kaiserschnittindikation auftritt, kann diese Form der Schmerzbetäubung durch Dosiserhöhung sofort für die Schnittentbindung benutzt werden. Bei Notfallkaiserschnitten ist die Periduralanästhesie wegen der zeitraubenden Applikation zu aufwändig, so dass eine Vollnarkose bevorzugt wird.

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